Autor: Philip Locher

Gegen das ungeschlagene Winterthur fehlen nur Millimeter zum Punktgewinn.

Im Vorfeld war die Favoritenrolle klar verteilt. Winterthur musste in der laufenden Meisterschaft noch keine Punkte abgeben und ist unangefochtener Leader. Lunkhofen verlor in der Vorrunde deutlich und war nicht einmal nahe dran an einem Satzgewinn. In der Zwischenzeit konnten wir jedoch stetig unser Niveau steigern und gewannen zuletzt acht Spiele in Serie. Die letzte Niederlage liegt also 9 Runden zurück, auch damals war der Gegner Winterthur.

Lunkhofen kann, abgesehen von den beiden Langzeitverletzten Manu Kaufmann und Felix, das Spiel vollzählig antreten. Das Einlaufen wurde durch ein vorangehendes 2. Liga-Spiel noch etwas verzögert. Immerhin, das Team aus St. Gallen, anscheinend ein verkappter Männerchor, unterhielt die Zuschauer mit Jubel und Gesang auf Niveau „Après-Ski mit DJ Ötzi“.

Der Start ins Spiel missglückt dann gleich gründlich. Glücklos und nervös agieren die Lunkhofer und sind beim 1. Timeout bereits 1:6 in Rücklage. Primär hadern unsere Abnehmer mit den sehr giftigen Aufschlägen. Das Timeout zeigt seine Wirkung, jedoch kann der Rückstand nicht aufgeholt werden. Kurzzeitig kommen wir zwar nochmals auf 3 Punkte ran, doch am Schluss endet der Satz mit demselben Rückstand mit 25:20. Satz 2 ist ein ausgeglichener Schlagabtausch auf dem erwartet hohen Niveau. Erst gegen Satzmitte kann sich ein Team punktemässig etwas lösen. Diesmal ist es Lunki, das mit starken Services den Gegner unter Druck setzen kann. Das Heimteam gibt sich jedoch noch nicht geschlagen. In der Entscheidungsphase zeigen die Zürcher, warum sie zurecht an der Tabellenspitze stehen. In der Verlängerung, entscheiden teilweise Millimeter über Sieg oder Niederlage, doch Winterthur kann uns noch einholen und zeigt Nervenstärke. Mit 27:25 geht der Satz ans Heimteam. Satz 3 wird für Lunkhofen zum Charaktertest. Mit 2:0 Sätzen hinten und einem äusserst knapp verlorenem Durchgang ist es oft schwierig, nochmals die nötige Überzeugung und Konzentration aufbringen zu können.

Lunkhofen besteht Charaktertest und kämpft gegen die Niederlage

Der dritte Durchgang ist erneut lange ausgeglichen und wieder ist das Niveau sehr hoch. Winterthur kann sich in Satzmitte mit 3 Punkten absetzen und den Vorsprung halten bis zu 20:17. Die schnelle 3:0 Niederlage scheint Tatsache zu sein. Da wechselt Coach Herger den Junior Flo Kaufmann für den Service ein. Dieser belohnt das Vertrauen mit einer 5 Punkte Serviceserie und bringt die Gäste in Führung. Diese lassen sich die Lunkhofer nicht mehr nehmen und retten sich in den 4. Durchgang. Immerhin, es ist erst der 4. Satzgewinn in der laufenden Meisterschaft für einen Gegner von Winterthur.

Schiri hatte wohl zu wenig Münz in die Parkuhr geworfen

Der 4. Satz hat es in sich. Ein offener Schlagabtausch, ohne dass sich ein Team abzusetzen vermag. Bei Satzball Lunkhofen ist es dann Marco Kaufmann, der mit einem wuchtigen Kurzangriff den Satz vermeintlich entscheiden vermag. Der Jubel bei den Gästen ist gross. Noch grösser war dann das Entsetzen, als der Schiedsrichter dennoch in die andere Richtung zeigte. Offenbar liessen seine Samstagabendpläne keinen 5. Satz zu. Somit ist der Satz mit 26:26 wieder ausgeglichen. Bei Matchball Winterthur ist es dann sogenannter Bierball (eine Annahme, die knapp übers Netz kommt und ohne Block direkt angegriffen werden kann) der den Score wieder ausgleichen könnte. Doch unser Mitteangreifer With hatte wohl ähnliche Abendpläne wie der Schiri und greift neben dem Ball durch. Um es mit seinen eigenen Worten zu umschrieben: „Sorry, ha grad es Schlägli gha“.

Mit 30:28 geht auch dieser Durchgang in der Verlängerung ans Heimtam.

Trotz sehr guter Leistung reisen die Gäste ohne Punkte nach Hause. 2 Sätze gehen ärgerlich knapp und erst in der Verlängerung verloren.  Mit dieser Niederlage rücken die Verfolgerteams wieder etwas näher auf. Nur noch 1 Punkt beträgt der Vorsprung auf Platz 3. Nächsten Samstag um 18:00 Uhr ist der 5. platzierte TSV Jona zu Gast in Oberlunkhofen. In der Vorrunde konnten wir knapp mit 3:1 gewinnen, eng war es vor allem im 4. Satz, welcher uns mit 34:32 denkbar knapp vor dem drohenden Tie-Break retten konnte.

Telegram:

VC Smash Winterthur – TV Lunkhofen 3:1

Zinzikon – 50 Zuschauer. – SR: Hess, Gisler. – Satzresultate: 25:20, 27:25, 23:25, 30:28

Lunkhofen: Bucher (C), Flück (L), Herger, Vukcevic, Locher, Wiehl, Staufer, Flo Kaufmann, Marco Kaufmann, With, Kunz  Coach: Herger

Winterthur: Lunardi (C), Banninger (L), Hardmeier (L), Schmid, Bölsterli, Mäder, Walser, Arndt, Biffi, Ruosch, Schatzmann,  Coach: Njock

Bemerkungen: Lunkhofen ohne Felix, Manu Kaufmann