Autor: Philip Locher

Nach einem langen Kampf muss sich das H1 im Tie-Break dem TSV Jona geschlagen geben.

Zu Beginn der Saison hat das H1 häufig knappe Sätze verloren oder eine mehr oder weniger klare Führung auf der Zielgerade noch verspielt. Spätestens seit dem 34:32 Sieg gegen Jona in der Vorrunde ist dieser Fluch aber gebrochen. Mit diesem Sieg begann der langsame Aufstieg in der Tabelle mit einer langen Serie von 8 Siegen, welche erst letztes Wochenende vom Leader unterbrochen wurde. Jona seinerseits liegt auf dem 5. Rang und ist eines der 4 Teams, die eine realistische Chance haben, uns noch vom 2. Rang zu verdrängen und somit unseren Traum von den Aufstiegsspielen begraben können. Jona hat zwar nicht eine individuelle Klasse wie Winterthur, Amriswil oder Näfels, jedoch das Kader relativ breit abgestützt, die Mischung zwischen Jung und Alt ausgeglichen und wie sich zeigte auch physisch eher vor uns anzusiedeln.

Apropos Winterthur, ein Winterthurer Ex-Spieler hat sich diese Woche als Gast ins Training von Lunki geschlichen. Seine grossen Erfolge feierte der 39-jährige Heuscher zwar nicht im Hallenvolleyball, trotzdem ist es speziell mit einem Olympia-Dritten und Vizeeuropameister trainieren zu können.

Vor unserem Spiel überzeugte die erste Damenmannschaft, sowie die zweite Herrenmannschaft und konnten relativ ungefährdete Siege einfahren.

H1 erwischte fast perfekten Start

Ähnlich starten auch wir ins Spiel. Von Beginn weg führt das Heimteam einige Punkte und kann dann in Satzmitte dank einer längeren Serviceserie bis 20:10 davon ziehen. Auch ein plötzlich aufs Spielfeld rasende herrenlosen Hund unterbricht diesen Lauf nicht. Die Gäste finden in der Schlussphase zwar besser ins Spiel, doch der Rückstand ist zu gross, um Lunki noch ernsthaft gefährlich zu werden. Jedoch hat die Schlussphase gezeigt, dass der Gegner gewiss mithalten kann. Zieht man die 6 Servicewinner zur Satzmitte ab, so wäre Lunkhofen zum Schluss gar noch in Rückstand geraten. Zu unserem Glück kann man sich auch im Volleyball mit hätte wäre wenn nichts kaufen.

Etwa ähnlich musste auch der Gegner den Satz eingeschätzt haben. Keine hängenden Köpfe waren zu sehen, im Gegenteil. Motiviert, hier doch noch mit Punkten nach Hause zu gehen, starten sie in den zweiten Abschnitt. Lunkhofen wirkt etwas überrascht und agiert nicht mehr mit derselben Entschlossenheit, was bei zwei Teams auf Augenhöhe ausreicht, um den Anschluss zu verlieren. Coach Herger muss nach einem gewonnenen Ball bereits ein Timeout opfern. Zu dieser Zeit hat Jona bereits 7x gepunktet. Doch weder das Timeout noch drei Spielerwechsel bringen den gewünschten Erfolg. Deutlich geht der zweite Durchgang mit 25:14 an Jona. Fast ein bisschen blamabel, denn hinter dem Feld schauen die gesammelten Sponsoren dieser eher bescheidenen Vorstellung zu.

Im dritten Durchgang findet Lunki wieder besser ins Spiel und kann sich zum Start sogar einen kleinen Vorsprung erspielen, der jedoch zur Satzmitte wieder egalisiert wird. In diesem Spielabschnitt verkam das Spielerische kurz zur Nebensache. Der heillos überforderte Schiedsrichter pfiff mehrmals völlig in die falsche Richtung, was dann sogar in einer gelben Karte endete, für einmal aber nicht gegen uns. Schliesslich sind wir ja bekannt dafür, Fehlentscheide locker zu akzeptieren und stehen da drüber (Anmerkung der Redaktion: Falls nicht wahrgenommen, Sarkasmus hatte hier wohl seine Finger im Spiel).  Die Schlussphase gehörte dann zu unserem Leidwesen den Gästen, die die vielen Unterbrüche und das Diskutieren anscheinend besser verkraften können und sich dann den Frust von der Seele spielen. Mit 25:22 geht dieser Satz an die Gäste, das heisst es liegen noch maximal 2 Punkte drin für uns.

Lunkhofen gibt nicht auf und kämpft sich ins Tie-Break

Satz 4 zeigte sich wieder wie gewünscht. Lunkhofen kann sich vor allem in der Ballannahme steigern und somit können die Mitteangreifer wie in Satz 1 vermehrt eingesetzt werden. In Satz 2 und 3 lief praktisch alles über die Aussenpositionen, welche langsam aber sicher bei längeren Ballwechseln ans Ende der Kräfte kamen. Lunki kann zwar nur einen kleinen Vorsprung herausspielen, diesen aber bis Satzende verwalten und sich doch noch vor heimischer Kulisse ins Tie-Break retten. Bis 6:6 ist das Score ausgeglichen, doch dann setzen sich die Gäste zuerst mit 2, dann sogar mit 4 Punkten ab. Eine Serviceserie bringt uns zwar nochmals auf 12:12 heran, doch dann sind es die St. Galler, welche den längeren Atem haben.

Ein Punkt war dann auch zu wenig, um den 2. Rang erfolgreich verteidigen zu können. Es wird also nochmals sehr eng im Kampf um den 2. Aufstiegsplatz in der Gruppe D. Besonders kurios ist die deutliche 3:0 Niederlage vom klaren Leader Winterthur im innerkantonalen Duell gegen Wetzikon. Bisher ohne Verlustpunkte verlieren sie klar, den 2. Satz gar 25:12.

Natürlich käme es uns nie und nimmer in den Sinn, den beiden Zürcher Teams hier irgendeine Absprache zu unterstellen. Wir sind auf alle Fälle auf diesen Spielbericht gespannt…

Telegram:

TV Lunkhofen – TSV Jona 2:3

Turnhalle Oberlunkhofen – 50 Zuschauer. – SR: Gonzalez, Städelin.
Satzresultate: 25:20, 14:25, 22:25, 25:19, 12:15

Lunkhofen: Bucher (C), Flück (L), Herger, Vukcevic, N. Staufer, B. Staufer, Locher, Wiehl, Flo Kaufmann, Marco Kaufmann, With, Kunz   Coach: Herger

Jona: Causi (C), Bischof (L), Aebli, Huser, Heynen, Steinach, Maag, Rohr, Caviezel, Rossberg, Di Martino  Coach: Winteler

Bemerkungen: Lunkhofen ohne Felix, Manu Kaufmann