Nach der Blamage gegen den Aufsteiger und damaligen Letztplatzierten Chur, wurde am vergangenen Wochenende und der Doppelrunde gegen Einsiedeln und Zürich eine Reaktion und Leistungssteigerung gefordert. Vor allem am Samstag gegen die NLA-erprobten Klosterdörfler stand keine einfache Aufgabe bevor.

Mit der Doppelrunde bot sich dem H1 eine weitere Chance, sich aus eigener Kraft und „vorzeitig“ den Ligaerhalt zu sichern. Vor allem waren das Team aber auch auf Wiedergutmachung aus. Ein Blick auf die Tabelle zeigt zudem, mit 5 aus 6 möglichen Punkte würde sich Lunki den Ligaerhalt zwei Runden vor Schluss sichern.

Etwas nervös begann dann das Spiel gegen Einsiedeln. Dem Team war aus den bisherigen zwei Spiele klar, dass die Einsiedler spielerisch nicht weit weg waren und durchaus der oder die ersten Punkte gegen die Schwyzer drin lagen. Diese Tatsache schien das Team aber zunächst eher zu hemmen als zu beflügeln. Bereits früh im Spiel schlichen sich bei beiden Teams vermeidbare Fehler ein, dem Heimteam gelang aber deutlich weniger als seinem Kontrahenten. Mit 16:25 ging der erste Satz deutlich an die Gäste.

Lunki erwischte auch im zweiten Satz den deutlich schlechteren Start und geriet früh in Rücklage. Einsiedeln spielte zu diesem Zeitpunkt effektiver, aber nicht fehlerfrei. Je länger der Satz dauerte, umso konstanter spielte dann aber das H1 und konnte Punkt für Punkt aufholen. Vor allem in der Verteidigung und am Block konnte entscheidend dagegengehalten werden. Schlussendlich bewies aber Einsiedeln die grössere Kaltblütigkeit und setzte den Score auf 2:0.

Die Aufholjagd brachte aber Lunki vollends ins Spiel und fortan waren es die Kellerämter, welche das Spielgeschehen kontrollierten. Mit einem druckvollen Servicespiel geriet die gegnerische Annahme nun ins Wanken und das H1 konnte so das gegnerische Angriffsspiel auf die Aussenpositionen verlagern. Der eigene Aufbau funktionierte beinahe fehlerfrei und im Angriff überzeugte vor allem Mittelangreifer Kilian With. Lunki konnte auf 1:2 verkürzen und war wieder im Spiel.

Mit dem Satzgewinn stieg auch die Moral und das Heimteam witterte seine Chance. Der vierte Satz zeigte ein überzeugendes Spiel von beiden Seiten. Einsiedeln konnte sich nach dem Satzverlust wieder aufraffen und es wurde Volleyball auf hohem Niveau gezeigt. Kein Team konnte sich entscheidend absetzen. Zum Satzende überzeugte aber abermals Lunki mit starken Einzelaktionen, vor allem Libero Damian Flück konnte immer wieder verloren geglaubte Bälle im Spiel halten, und konnte so den Satzausgleich zum 2:2 realisieren. Ein wichtiger Punkt war gewonnen.

Dass das H1 aber mehr wollte, zeigte das Team bereits zu Beginn des Tiebreaks. Dank unglaublichem Kampfgeist und einem hohen Fokus erspielte man sich einen komfortablen Vorsprung von 12:8. Leider schlichen sich dann aber einige dumme Fehler ins Spiel der Kellerämter und Einsiedeln konnte zum 13:13 ausgleichen. Lunki bewies Nerven und schaffte mit dem 3. Matchball den Erfolg über den Favoriten.

 

TV Lunkhofen vs. VBC Einsiedeln 3:2

Turnhalle, Oberlunkhofen – 30 Zuschauer – SR: D. Dennler und A. Gumann – Satzresultate: 16:25, 25:27, 25:19, 25:23 und 17:15

Lunkhofen: Y. Baumgartner (C), D. Flück (L), P. Arnet, K. Baumgartner, N. Wyssen, K. With, J. Koch, Marco Kaufmann, Manuel Kaufmann, M. Bucher

Coach: Y. Baumgartner

Bemerkungen: Lunkhofen ohne N. Staufer (Ferien)

 

Knapp 20 Stunden später durften das Team bereits wieder antreten. Durch den Erfolg vom Vortag bot sich gegen Voléro Zürich nun tatsächlich die Möglichkeit, den Ligaerhalt zu bewerkstelligen. Dass die Partie gegen die Zürcher aber nach dem spektakulären Sieg gegen Einsiedeln nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf, war klar. Dies verdeutlichte auch die Ansage vor dem Spiel durch Coach Didier Perret: „Das Spiel beginnt wieder von Null, alles was gestern geschah und erreicht wurde, zählt nicht mehr!“

Der Start gehörte aber den Zürchern. Lunki schien gehemmt und reihte einige Fehler aneinander. Doch schnell konnte sich das Team wieder fangen und glich bereits bei 11:11 das Spielgeschehen wieder aus. Fortan waren die Kellerämter am Drücker und das H1 konnte sogar mit 6 Punkte in Führung gehen. Doch mit dem sicheren Satzgewinn vor Augen fiel Lunki wieder ins Anfangsmuster zurück. Durch Unsicherheiten im Aufbau und Fehler im Angriff schmolz der Vorsprung dahin und ermöglichte Voléro, das Zepter wieder zu übernehmen. Da das Heimteam nicht mehr reagieren konnte, durfte sich Voléro Zürich über den Satzgewinn freuen.

Die Partie startete somit denkbar schlecht für das Heimteam, einen weiteren Satzverlust würde bedeuteten, dass man der vorzeitige Ligaerhalt nicht bewerkstelligt werden konnte. Spätestens jetzt waren die Kellerämter aber aufgewacht und fanden zugleich zu ihrem druckvollen Spiel vom Vortag zurück. Wiederum durch druckvolle Services wurde die Annahme von Voléro so unter Druck gestellt, dass die Aufgabe für die Angreifer ungemein erschwert wurde. Auch unzählige Wechsel auf Seiten der Zürcher zogen nicht und Lunki gewann den Satz klar mit 25:11.

Auch zu Beginn des dritten Satzes konnte der Höhenflug vom Heimteam fortgesetzt werden. Jedoch baute das H1 mit Fortdauer des Spiels an Konstanz und Dominanz ab und liess so Voléro wieder zurück ins Spiel kommen. Das Spiel war nun wieder ausgeglichen und Lunki konnte sich nicht mehr von den Zürchern absetzen. Erst im Schlussspurt knickten die Gäste ein und die Kellerämter konnten sich den dritten Satz mit 25:22 sichern.

Noch ein Satz trennte nun somit das H1 vom Ligaerhalt. Voléro gab sich aber nicht geschlagen und das Spiel wankte hin und her. Lunki zwar mit geringen Vorteilen, jedoch konnte wie über das gesamte Spiel hinweg gesehen nicht an die überzeugende Leistung vom Vortag angeschlossen werden. Und doch behielt das Team einen kühlen Kopf und wartete geduldig auf seine Chance. Wie am Vortag war das H1 mental bereit, sich der heiklen Aufgabe zu stellen und gewann auch den entscheidenden vierten Satz mit 25:23.

Die Freude nach dem Schlusspfiff war riesig. Noch vor einem Jahr befand man sich tief im Abstiegssumpf, jetzt konnte der Ligaerhalt vorzeitig gefeiert werden. In den letzten Spielen, mit Ausnahme des Ausrutschers gegen Chur, überzeugte das Team vor allem im mentalen Bereich und gestaltete das neue Jahr ausgesprochen erfolgreich. Diese neue Mentalität ist wahrscheinlich der grösste Erfolg dieser Saison und im Vergleich zu den zwei Jahren.

TV Lunkhofen vs. VBC Voléro Zürich 3:1

Turnhalle, Oberlunkhofen – 30 Zuschauer – SR: J. Wagner und A. Gumann – Satzresultate: 22:25, 25:11, 25:22 und 25:23

Lunkhofen: Y. Baumgartner (C), D. Flück (L), P. Arnet, K. Baumgartner, N. Wyssen, K. With, J. Koch, Marco Kaufmann, Manuel Kaufmann, M. Bucher

Coach: D. Perret und T. Bucher

Bemerkungen: Lunkhofen ohne N. Staufer (Ferien)

 

Autor: P. Arnet